BurdaStyle 09-2011 – A review … and a rant.

Heute ist die neue Burda plus hier eingezogen. Nachdem die zumindest die letzte Ausgabe ja nur ein Zusammenschnitt der Plus-Strecken aus der regulären Burda war, sind dieses Mal laut Fronttitel zumindest 24 von den 47 Modellen neu. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich diverse der sogenannten „neuen“ Modelle als variierte Aufgüsse alter Designs. So ist es zum Beispiel mit Kleid 426. Das ist das Schnittmuster von Kleid 126 a aus der Plusstrecke der normalen Burda von 12-2010, nur dass man eine zusätzliche Schärpe um die Schultern gelegt hat. Das gleiche Phänomen taucht noch bei einigen weiteren „neuen“ Schnitten auf und zwei weitere neue „Schnitte“ sind ein Schalschnittmuster und ein Picknickdeckenschnittmuster (und das für die H/W-Ausgabe). Mal ehrlich, Burda, ich mag Eure Nähzeitschriften inzwischen eigentlich, aber ein klitzekleines bischen auf den Arm genommen komme ich mir bei dieser Vermarktungsstrategie schon vor. Das nur mal so am Rande.

Darüber habe ich mich nun genug geärgert, deshalb wende ich mich der erfreulichen Seite in Sachen Burda zu: der BurdaStyle für den September. Die ist nämlich in meinen Augen gar nicht mal so übel, und dass, obwohl geschätzt ca. die Hälfte des Heftes der Trachtenmode gewidmet ist.
Zu Anfang werden wieder mal sogenannte Kreativ-Trends gezeigt, wobei ich die Ideen für die Filz-Fascinators recht spannend finde. Fascinators ist Kopfputz auf neudeutsch, immer wieder gerne auf Prominentenköpfen bei feierlichen Anlässen zu beobachten. In freier Wildbahn hier bei uns auf der Straße habe ich die Dinger noch nicht gesehen, obwohl der Publikumsverkehr vor meinem Fenster überdurchschnittlich oft Boutiquentäschchen mit sich führt.
Der Kopfputz kann, wie so gut wie alles in Sachen Mode, gut oder auch total bescheuert aussehen, aber selbst die eher fragwürdigen Exemplare haben anscheinend einen ungeheuren Wiederverkaufswert *grinsel*. Das lässt mich überdenken, statt in Aktien, Festgeldanlagen, Bundesschatzbriefe und Hastenichtgesehen vielleicht lieber in schräge Hüte zu investieren… wenn ich denn wat zu investieren hätte.
Ähm, ja… weg von den faszinierenden Fascinators hin zu den Burda-Klamotten.
Nach weiteren Aufhübschanleitungen fängt die Trachtenstrecke für Durchschnittsgrößen (und Kinder) an. Den Jungenjanker 146 finde ich ganz gut und die Strickjacke 170 hat irgendwie auch was. Auf die Blumen am Saum könnte ich aber verzichten. Mieder 118 gefällt mir genauso wie der Janker 122 B mit den dicken Puffärmeln. Die Taschen würde ich allerdings wahrscheinlich wegrationalisieren, die sind mir zu oversized. Die Mädchenbluse mit Latzeinsatz 149 ist auch noch ganz süß. Das Folklore-Ethno-Bunt-Zubehörgedöns ist mir gar nix.
Nach dem Beautytipp „Seife“ schließt sich die Plusmode, ebenfalls in Trachtenoptik an und ich bin angetan. Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich’s nicht geglaubt, aber die verwendeten Schnittmuster sind für meinen Stil und Geschmack außerordentlich brauchbar. Mieder 137 finde ich prima, und ein Teil, dass schon vor dem Erscheinen der Zeitschrift auf meiner To-Do-Liste landete, ist der Janker. In welcher Variante ich den nähe, muss ich mir allerdings noch überlegen, mir gefallen beide gut.
Die nächste Fotostrecke soll einen rockigen Modemix zeigen. Dummerweise gefällt mir auf den ersten Seiten der Anzug vom (knuffigen) Männermodel am besten und für den ist natürlich kein Schnittmuster drin. Ansonsten mag ich den ziemlich knappen Wickelrock 110a sehr. Mit der Bluse 111 mit den seltsamen Ärmeln kann ich mich dafür so gaaaar nicht anfreunden; für mich sehen die aus, als hätte man versehentlich das Bündchen mit zugenäht und dann -nochmals versehentlich- das Ganze an der falschen Stelle wieder aufgetrennt. Dann keinen Bock mehr gehabt, es zu richten, und beschlossen, dass man dat heute so trägt…
Bei Kleid 109 (langer Rock, jersey-Oberteil) kann ich mich nicht entscheiden, ob’s in Ton-in-Ton statt mit Leo-Muster cool wäre oder gaaaanz ganz schlimm. Hmm.. nee, ich kann mich wirklich nicht entscheiden.
Unter der Überschrift „Bildschön“ werden Colourblocking-Outfits überwiegend in knalligen Farben gezeigt. Das ist wieder gar nicht meins. Die Farben machen es mir schwer, auf die Schnittführung zu gucken. Kleid 131 ist wegen der Ausschnittlösung ganz spannend, aber die Strumpfhosenfarbe finde ich fürchterlich. *blätter* Bikerjacke 102 macht mich natürlich wieder an, aber so langsam habe ich mich damit arrangiert, dass ich in diesem Leben keine mehr tragen werde (weil’s einfach verboten aussieht…aber ich liiiiebe Bikerjacken). Das hyperschlichte Outfit aus Shirt 108B und Rock 136 mag ich auch noch, dafür ist der faltenwerfende Sack, den sie Boulekleid nennen, in meinen Augen komplett brrrrrr. Ich hab nicht mal einen bildlichen Vergleich dazu auf Lager, das ist einfach nur falsch.
Die danach angebotenen Taschen zeigen deutlich, dass die Achtziger nicht tot sind; solche Taschen hatte meine Mutter damals auch.
In der abschließenden Strecke mit Businessmode gibt es für mich einen klaren Favoriten, nämlich den Blazer 126 mit der weggefalteten Mehrlänge. Der Rest ist so lala, nur den Overall finde ich wieder mal ganz gruselig, aber das ist ja nichts Neues.
Anschließend gibt’s noch Patchwork und Stricken für die Butze und dann isses auch schon wieder vorbei.
Gute Ausgabe, das ist jedenfalls mein Fazit. Der Gruselanteil war dieses Mal unterdurchschnittlich, und es sind zwei Modelle drin, die ich ziemlich sicher nähen werde. Hurra…

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